Il silenzioso fiume – Deu
Il silenzioso fiume – 🇩🇪 Der stille Fluss
Der Fluss, reich an Wasser,
beendet seinen Lauf im Meer
oder als Zufluss in einen See, um einzutreten,
als Abfluss, um auszutreten
und schließlich weiterzugehen
hin zur salzigen Weite
des Meerwassers.
Auch wenn er keinen Lärm machen wollte,
bringt jene Bewegung doch immer
ein gewisses Brausen hervor.
Ich betrachte jene Menschenflut,
die „talwärts“ ins Campo hinabsteigt,
hinein in die Piazza.
Ich höre nicht einmal ein Murmeln,
ihre Blicke sprechen
von einer Stille, die ich nicht
und nicht zu erklären vermag.
Es ist ohrenbetäubend, nicht einmal
das Summen
der fliegenden Fliegen zu hören,
während in der Conca
noch immer Menschen ankommen, alle mehr als
religiös schweigend.
Jeder in sein eigenes Tuch gehüllt,
doch eines haben sie gemeinsam:
dieselben Worte in den Augen,
diktiert von den Schlägen der Herzen,
auch sie pochend
für die einzelnen Farben
jeder Contrada.
Das Warten macht die Luft
schneidend wie ein scharfes Schwert,
doch noch weiß ich nicht,
kann ich nicht und werde ich niemals wissen,
was im Herzen und im Geist
jedes Sienesers und Contradaiolo vorgeht.
Ich kann mich nur darauf beschränken, allein zu schauen,
beobachtend und respektierend
auf stille Weise
ihre gedämpfte Stille,
bis die Pferde
aus dem Entrone
des Palazzo Comunale treten,
mit den Fantini, die den nerbo holen,
und man den Knall des mortaretto hört.
Der Palio gehört den Sienesern,
und mit dem Brausen der Piazza
begreife ich nun, warum
all jene Zurückhaltung,
im Bewusstsein,
dass das Beben
in meinem durchdrungenen Körper
für mich ein Moment war,
doch für den, der in Siena geboren ist,
ein notwendiges Fundament ist.
Firenze, 1/7/2021 ore 19.22
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Immagine: Gabriele Forti
https://www.gabrieleforti.it/
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